Die Gespräche zwischen Palästinenserpräsident Abbas und dem israelischen Premier Netanjahu werden in Tel Aviv kritisch beobachtet
Kaum hatte US-Präsident Barack Obama in der vergangenen Woche die Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern in Washington als globales mediales Ereignis zelebriert - da zeigte Israels Außenminister Avigdor Lieberman, wie viel Wert er der neuen Kompromissbereitschaft von Premierminister Benjamin Netanjahu beimisst: er glaube nicht, dass durch die Gespräche, die Palästinenserpräsident Abbas und der israelische Premierminister Netanjahu vergangene Woche in Washington begonnen haben der Frieden im Nahen Osten möglich werde.
Irak befürchtet Rückkehr von Al Kaida
Im Irak glaubt derzeit kaum jemand daran, dass Armee und Militär es ohne die Amerikaner schaffen für Ruhe im Land zu sorgen. Die USA haben ihren Kampfeinsatz im Land zwar offiziell Ende August für beendet erklärt - allerdings haben sie noch 50.000 Soldaten im Land gelassen, die jedoch nicht als Kampftruppe vor Ort sind sonder als Ausbilder und Unterstützung für die Sicherheitskräfte. Die Reaktion von Al Kaida kam schnell: Die Extremisten verübten am Sonntag einen schweren Bombenanschlag in Bagdad.
Streit um Unabhängigkeitsreferendum im Sudan
Monatelang haben der Nord- und der Südsudan sich um den Posten gestritten: letzte Woche hat man sich endlich zumindest schon mal auf einen Generalsekretär für die Referendumskommission geeinigt. Viel Zeit bleibt auch nicht mehr bis zur geplanten Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan - sie soll im Januar 2011 stattfinden. Doch die Verhandlungen verlaufen äußerst zäh und fünf Jahre nach dem Friedensvertrag zwischen den Rebellen im Süden und der Regierung in Khartum gefährden sture Politiker nicht nur die Abstimmung, sondern auch den Frieden im Land. Adrian Kriesch mit Einzelheiten.
Afrika im Mittelpunkt deutscher Entwicklungshilfe
"Engagement fairbindet – Gemeinsam für Entwicklung" - unter diesem Motto hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gut 2000 Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft nach Bonn geladen. Ziel der Veranstaltung war es, neue Unterstützer für die Entwicklungszusammenarbeit zu gewinnen und die unterschiedlichen Akteure besser zu vernetzen. Entwicklungsminister Dirk Niebel nutzte die Konferenz auch um nach seinem ersten Jahr im Amt die Schwerpunkte seiner Arbeit zu skizzieren. Im Interview mit der Deutschen Welle sagte er: "Neben dem Schwerpunktkontinent Afrika als Nachbarkontinent werden die größten Aufgaben mit Sicherheit in Afghanistan und Pakistan zu sehen sein, weil hier auch unmittelbar und fundamental deutsche Sicherheitsinteressen betroffen sind. Aber ich möchte auf jeden Fall, dass der Blick auf Afrika geschärft wird. Unser unmittelbarer Nachbar ist in den letzten zwanzig Jahren von uns vernachlässigt worden, weil wir uns nach der deutschen Einheit sehr vernachlässigt worden, weil wir uns sehr mit uns und unseren ostdeutschen Nachbarn beschäftigt haben."
Aufklärung von Massaker in Mexiko?
Es war ein Massaker, das nicht nur Mexiko, sondern ganz Lateinamerika erschütterte: Ende August hatte eine Drogenbande im Nordosten Mexikos 72 illegale Einwanderer kaltblütig ermordet. Die Menschen aus Honduras, El Salvador, Ecuador und Brasilien waren auf dem Weg in die USA und hatten sich geweigert, für das Kartell zu arbeiten. Immerhin besteht die Hoffnung, dass das Verbrechen noch aufgeklärt wird: die Polizei in Ecuador hat jetzt in Biblián, rund 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito, einen mutmaßlichen Menschenhändler festgenommen. Eine gute Nachricht auch für den mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón, der verzweifelt versucht, seine vom Drogenkrieg verängstigte Bevölkerung zu beruhigen.
Moderation: Marlis Schaum
Redaktion: Mirjam Gehrke