Der ruandische Präsident Kagame weist Anschuldigungen der UNO zurück
Es sind schwerwiegende Vorwürfe gegen Ruanda, die aus dem Entwurf eines Berichtes der Vereinten Nationen hervorgehen: Nach dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda sollen ruandische Truppen in den 90er Jahre ein Massaker an Hutus im Kongo begangen haben. Und diese Gräueltaten, bei denen offenbar zehntausende Menschen ermordet wurden, könnten nun laut Bericht ebenfalls als Völkermord eingestuft werden. Die ruandische Regierung, und allen voran Präsident Kagame, reagieren verärgert und weisen alle Vorwürfe weit von sich. Kagame hat der UNO sogar gedroht, die ruandischen Soldaten aus den Friedensmissionen abzuziehen, sollte der Bericht veröffentlicht werden. Jetzt ist UN-Chef Ban Ki-Moon höchstpersönlich nach Ruanda gereist um in dem Streit zu vermitteln.
Geheime Parteikonferenz in Nordkorea
Tagen sie oder tagen sie noch nicht? Hat in Nordkorea die größte Delegiertenkonferenz seit Jahrzehnten schon begonnen? Diese Fragen stehen seit Tagen im Raum - denn Nachrichten über das, was da in Pjöngjang hinter verschlossenen Türen stattfindet - oder auch nicht - die gibt es nicht. Eine Informationslage, die ganz nach dem Geschmack des nordkoreanischen Regimes unter Machthaber Kim Jong Il sein dürfte. Denn traditionell ist man in Nordkorea darauf bedacht, den Rest der Welt über die Entwicklungen im eigenen Land so weit wie möglich im Unklaren zu lassen. Das internationale Interesse an der großen Delegiertenversammlung jedenfalls ist groß, denn: von dem Parteitag werden personelle Entscheidungen erwartet: So steht die Wahl des "höchsten Führungsgremiums" auf dem Programm. Allein diese Ankündigung hatte weltweit für Spekulationen gesorgt.
Iran schüchtert Menschenrechtsanwälte ein
Seit Wochen bewegt das Schicksal der im Iran zum Tode durch Steinigung verurteilten Sakine Mohammadi Aschtiani die Menschen rund um den Globus. Durch den Anwalt der Frau hatte die Weltöffentlichkeit vom Schicksal der zweifachen Mutter erfahren. Das Regime in Teheran ließ daraufhin die Frau des Anwalts verhaften - er selbst rettete sich durch die Flucht ins Ausland vor seiner Festnahme. Im Iran landen Rechtsanwälte wie er schnell selbst im Gefängnis. Besonders dann, wenn sie Oppositionelle verteidigen oder menschenrechtswidrige Zustände innerhalb der Justiz anprangern. Jetzt wurde erneut eine engagierte Anwältin verhaftet.
China lässt Menschenrechtler frei
Chen Guangcheng ließ sich den Mund nicht verbieten - im Gegenteil. Öffentlich kritisierte er die Kommunistische Führung Chinas: warf ihr vor, im Zuge der Ein-Kind-Politik massenhaft zu Maßnahmen wie Zwangssterilisation und Zwangsabtreibung gegriffen zu haben. Mit seinen Protesten erlangte der blinde Menschenrechtsaktivist weltweite Berühmtheit, wurde in diesem Jahr sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Auf der anderen Seite aber zahlte er für sein Engagement einen hohen persönlichen Preis. Vier Jahre saß Tschen im Gefängnis. Bis jetzt. An diesem Donnerstag wurde er entlassen.
Moderation: Marlis Schaum
Redaktion: Mirjam Gehrke